Streuobstwiese

Streuobstwiesen
Kulturlandschaften mit großer Artenvielfalt

Streuobstanbau ist eine sehr alte Form der Kultur von hochstämmigen Obstgehölzen. Die Anfänge des Streuobstanbaus in Deutschland reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Im Gegensatz zu den modernen niederstämmigen Plantagenobstanlagen stehen die Bäume "verstreut" in der Landschaft und werden nicht mit künstlichen Düngemitteln und Pestiziden behandelt. In diesen strukturreichen Lebensräumen können bis zu 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten leben, darunter unzählige Insektenarten.

Die Duisburger Streuobstwiese

Im Jahr 1992 pflanzte der NABU Duisburg auf der von der Stadt Duisburg gepachteten Streuobstwiese 50 neue hochstämmige Obstbäume. Neben den üblichen Obstgehölzen wie Apfel- und Birnbäumen wurden auch Walnuss und Mispel angepflanzt.

Im südwestlichen Bereich der insgesamt 0,4 ha großen Streuobstwiese, die extensiv gepflegt wird, stehen überwiegend sehr alte Bäume, die eine beträchtliche Anzahl an Baumhöhlen und verlassenen Spechthöhlen beherbergen. Diese Höhlen sind Lebensraum für verschiedene höhlenbrütende Vogelarten und Säugetiere (Fledermäuse und Haselmäuse). Hier sei auch besonders der Steinkauz erwähnt, der bevorzugt in Baumhöhlen von alten Kopfbäumen und hochstämmigen Obstbäumen brütet. Etwa Dreiviertel aller in Deutschland brütenden Steinkäuze tun dies in NRW; mit einem Verbreitungsschwerpunkt am Niederrhein und auch im Ballungszentrum Rhein-Ruhr.

Insbesondere das "NABU-Urgestein" Aribert Feiner aus Duisburg-Hamborn hat sich um den Erhalt der Wiese verdient gemacht. Zudem betreut er auf dem Gelände verschiedene Nistkästen und Steinkauzröhren.